So sieht Sparpolitik konkret aus: Beispiel Schulen der Stadt Luzern 2. Juni 2015

Der Kinder- und Jugendschutz der Stadt Luzern informiert Lehrkräfte, Schulleitungen und Betreuungsleitungen mittels Mail über einschneidende Sparmassnahmen bei den Sozialleistungen für „vorläufig aufgenommene Personen“ folgendermassen:

„Der Kanton Luzern regelt die Höhe der Sozialhilfeleistungen für vorläufig aufgenommene Personen. Der Regierungsrat des Kantons Luzern hat nun entschieden, die Ansätze für die Sozialhilfe für Personen mit Ausweis F (vorläufig aufgenommene Personen) zu ändern. Das bedeutet, dass diese Personengruppe nur noch einen reduzierten Grundbedarf für den Lebensunterhalt haben wird. Dieser ist deutlich tiefer, als der Betrag des aktuellen Grundbedarfs für den Lebensunterhalt. Alle übrigen Leistungen, wie der Mietzins und Kosten für die Gesundheitspflege usw. bleiben gleich. Die Stadt Luzern wird den reduzierten Grundbedarf per 1. Juni 2015 umsetzen.

Wir vom Kinder- und Jugendschutz führen Beistandschaften für betroffene Kinder und Jugendliche und gehen davon aus, dass diese Kürzung für die Betroffenen einen massiven Einschnitt betreffend der Teilhabe am sozialen Leben bedeutet. So werden Kinder mit Ausweis F voraussichtlich Gelder für Schullager, Schulreisen, Schulmaterial usw. kaum mehr aufbringen können. Dies kann für das einzelne Kind, innerhalb der Klasse und für die Lehrperson zu Spannungen führen, wenn vereinzelt Kinder nicht mehr am üblichen Schulbetrieb partizipieren können.

Es ist uns wichtig, Sie darüber zu informieren, dass die Berufsbeistände dies im Einzelfall nicht kompensieren können und diesen massiven Einschnitt leider in Kauf nehmen müssen.“

Mein Kommentar in Solidarität mit LehrerInnen und Eltern: Da wird wieder einmal am völlig falschen Ort gespart: Kinder werden des Geldes wegen vom „üblichen Schulbetrieb“ ausgeschlossen. In kaltem Amtsdeutsch wird eine soziale Katastrophe „versachlicht und entpersönlicht“ mitgeteilt und alle können weg schauen. Ich schäme mich für uns! Was sind wir doch für  schreckliche Geizsäcke und gnadenlose Neinsager.

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