VOM KRIEG ZUM GEFÄNGNIS: 3000 GESTRANDETE IN PIRÄUS

Ich habe heute im Radio SRF 1 das Gespräch mit zwei VertreterInnen freiwilliger Hilfsorganisationen gehört und bin total aufgewühlt und auch entsetzt.

In Piräus und in ganz Griechenland sind Tausende von Flüchtlingen gestrandet. Sie werden eingesperrt unter skandalösen Bedingungen, weil Griechenland pleite ist und die EU nur Grenzen schliessen will und dabei überhaupt nicht daran denkt, wie diese Flüchtlinge überleben könnten. Die Polizei und die Armee schiessen mit Tränengas und Gummischrot auf die Leute, wenn sie sich verzweifelt retten wollen. Dreihundert und mehr Verletzte müssen medizinisch zusätzlich gepflegt werden.

Essen wird von einer idealistischen Basler Hilfsorganisation „be aware and Share“ des jungen Idealisten Bastian Seelhofer verteilt. 50 Cents stehen pro Person und Mahlzeit zur Verfügung. http://www.baas-schweiz.ch  Viele Freiwillige arbeiten 2 Wochen und mehr in ihrer Freizeit mit und sorgen dafür, dass wenigstens etwas Menschlichkeit spürbar wird.

Ich habe gedacht: Warum sind in meinem Umfeld nicht viel viel mehr Junge, Erwachsene, Senioren, Frauen und Männer unterwegs, um wenigstens mit ihrer eigenen Präsenz und Arbeitskraft diesen Menschen zu beweisen, dass Europa nicht eine Menschen verachtende Egoisten-Festung ist, die nur an ihrem eigenen Wohlstand und ihrer eigenen Ruhe interessiert ist.

Ich rufe alle auf, jetzt etwas zu TUN, denn jetzt geschieht das Unmenschliche und JETZT zerstören wir unsere Zukunft. Leider kann ich nur von zu Hause aus meinen Beitrag leisten und alles unterstützen, was dem Ziel der Stärkung der Menschlichkeit hilft.

Ich empfehle euch, den untenstehenden link zu öffnen und das Tagesgespräch SRF 1 von heute, 11.April, anzuhören.

http://www.srf.ch/news/international/tagesgespraech-aus-piraeus-3000-fluechtlinge-harren-im-hafen-aus

2 Gedanken zu „VOM KRIEG ZUM GEFÄNGNIS: 3000 GESTRANDETE IN PIRÄUS“

  1. Lieber Kari

    Danke für deinen aufrüttelnden Aufruf. Er trifft mitten hinein in Erschrecken, Ohnmacht und schlechtes Gewissen. Ich fühle mich wie das Kaninchen, dass auf die Scheinwerfer starrt.
    Und sprachlos.

    Markus

  2. So, nun bin ich der Sprachlosigkeit nachgegangen, sie hat ja auch etwas Bequemes, wenn auch Unangenehmes.
    Mir sind auf der Suche zwei Seiten begegnet: Die Berichte über Menschen, die vor Ort helfen und solche unter der Leitlinie „Besser daheim aktiv werden“ (siehe Interview im „Bund“ vom 28.4.2016 mit W. MacAskill).
    Ich bewundere die Leute, die vor Ort helfen und ich bin froh, dass es sie gibt. Zugleich hiesse dies auch, das eigene Arbeitsleben ziemlich auf den Kopf zu stellen, denn die Kurzhilfe in den Ferien ist vermutlich mit hohem Aufwand für die längerfristigen HelferInnen vor Ort verbunden. MacAskill plädiert dafür zu Hause politisch aktiv zu werden. Das finde ich richtig und diese Prozesse sind sehr langsam. Dort also direktes Helfen vor Ort, das andere Gesicht Europas zeigen. Hier der Gang oder Kampf mit den Institutionen.
    Nun habe ich mal einen Mittelweg probiert mit Deutschkursen an der autonomen Schule in Biel. Es ist interessant dort verschiedenste Menschen zu treffen und es ist etwas sehr Einfaches und Klares: miteinander eine Sprache lernen. Vielleicht ist es möglich hier die Ferien vor Ort anders zu gestalten und sich in einer solch konkreten Aufgabe auch zu erholen. In der Begegnung.
    Gestern habe ich den Film „Demain – Tomorrow“ gesehen und dort werden Beispiele gezeigt. Auch dort immer wieder Begegnung, lokales Vernetzen und Vertrauen.
    Suchen und ausprobieren.

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